kassasturz - aus dem leben der elfi brabec

 

synopsis

Elfi Brabec, seit 25 Jahren Billa Kassiererin in Wien/Rodaun, verwendet seit 10 Jahren jede freie Minute und jeden verfügbaren Cent, um Straßenkinder in Chile und neuerdings auch in Bolivien zu betreuen. Ein Heim im Süden Chiles wurde in den letzten Jahren ausschließlich durch ihre Mittel aufgebaut und erweitert.

Sie hält Diavorträge nach 10 Stunden Arbeitsschichten, sammelt Spenden von Kunden und Bekannten und verwendet ihre Mittagspause für die Organisation von Flohmärkten und den Transport des Spendenguts. Ihr Engagement im Kirchenchor und Elfis Nähe zur Pfarre Atzgersdorf stellen die Verbindung zur christlichen Sozialhilfe in den hauptsächlich von Geistlichen betreuten südamerikanischen Heimprojekten dar.

Die bescheidenen Verhältnisse der 43jährigen Elfi, die gemeinsame Wohnsituation mit der Mutter in einer kleinen Gemeindewohnung, oder anstrengende Nebenjobs als Aushilfskellnerin scheinen eher den Motor ihres sonnigen, offenen und aufopfernden Gemüts darzustellen, als sie zu bremsen.

Ihre persönliche Abhängigkeit (und in weiterer Folge die Betreuung von 90 Kindern) von einem fixen Job stellen sie vor massive Existenzängste, denn in der aktuellen Arbeitssituation bei Billa steht in Zweifel ob ihre Anstellung im Klima von Stundenkürzungen und Mitarbeiteraustausch weiterhin gesichert ist.

Nachtrag: Wegen Einsparungsmassnahmen kündigt Billa tatsächlich das Arbeitsverhältnis. Etwa zur gleichen Zeit setzt die Arbeiterkammer eine eigene Rewe-Task-Force ein, um die wachsende Anzahl an Unregelmässigkeiten in den Angestelltenverhältnissen bei Billa zu überprüfen.

release 2006